5. Schluss

Ob sich das Publikum auf Dauer an Lasershows „sattsehen“ wird, bleibt abzuwarten. Als positives Vorbild kann das Feuerwerk dienen, das durchgehend seit dem Barockzeitalter nichts von seiner Wirkung auf die Menschen verloren hat, obwohl die „Fortschritte“ in diesem Bereich eher marginal sind. Bisher ist kaum ein Medium völlig obsolet geworden und selbst technisch überholte Informationsträger finden immer wieder sentimentale Anhänger. Nachdem der Laser auf dem besten Wege ist, technisch immer bedeutender zu werden, und ein Ende dieser Entwicklung ist zunächst nicht abzusehen, kann davon ausgegangen werden, dass die Lasershow als Medium auf Dauer ihren Platz neben Foto, Video etc. einnehmen wird, insbesondere dann, wenn weitere technische Fortschritte 3-D-Darstellungen, „Holo-Decks“ wie bei Star Trek und „Video-Telefonie“ à la Star Wars, möglich machen. Die deutsche Jenoptik LDT GmbH hat bereits ein System für ein Kuppel-Laser-Kino entwickelt (Jenoptik 2005), das in einem Planetarium in Peking einen ersten Kunden gefunden hat.

Ebensolche Technologien reizen dann möglicherweise auch wieder mehr Künstler zur Artikulierung ihrer Botschaften. Ein größerer Markt drückt auf Dauer auch die Preise für Equipment und Dienstleistung, und so werden Lasershows möglicherweise endgültig Pflichtprogramm für die Kunstbranche, für Stadtfeste und Operninszenierungen, genauso wie für Firmenpräsentationen oder Sportevents.

Schlicht aufgrund der Verortung eines Lasereinsatzes und der entsprechenden Umgebung und des Publikums, das bestimmte Erwartungen an eine Show hegt, wird es vermutlich auch in Zukunft nicht zu einer initiativen Zusammenarbeit zwischen Laserkünstlern und kommerziellen Anbietern kommen. Vorstellbar ist allerdings, besonders unter dem Aspekt des wachsenden Anspruchs auf der einen und den finanziellen Schwierigkeiten auf der anderen Seite, eine Annäherung der Arbeitsgebiete. Vor allem unter dem Gesichtspunkt des gehobenen Anspruchs lässt sich gut argumentieren – mittlerweile ist die pure Faszination an dem, was technisch machbar ist, zurückgegangen, und macht einem allgemeinen Wunsch nach Inhalten Platz. Bestens animierte Kinofilme fallen heute beim Publikum durch, wenn die Handlung die Qualität nicht halten kann, und ebenso muss die Kommunikation bei den Lasershows wieder in den Vordergrund treten. McLuhans primäres Medium braucht Unterfütterung durch Botschaften, sonst wirkt selbst eine Lasershow billig und langweilig.

Vielleicht kommt es eines Tages dazu, dass ein Anbieter einen Künstler zur Erstellung eines guten Konzeptes engagiert, dass sich Künstler im Rahmen eines „Public Private Partnership“ von Konzernen fördern lassen, oder dass ein Künstler sich professionellen Equipments bedienen möchte und deshalb eine Lasershowfirma kontaktiert. Ob sich aus dieser Überschneidung eine fruchtbare Zusammenarbeit oder ein deutlicher Konflikt entwickelt, bleibt interessant zu beobachten.

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