1. Einleitung

Lasershows faszinieren die Menschen seit den Sechziger Jahren. Die leuchtenden Animationen und virtuellen Räume, die der Laserstrahl erzeugen kann, werden für kommerzielle Präsentationen und kommunale Feste genutzt. Daneben hat sich eine Szene entwickelt, die das Medium künstlerisch einsetzt und damit subtilere Inhalte zu vermitteln sucht. Möglich werden die Shows nur durch die Arbeit der Entwickler, die sich mit den technischen Details des Lasers, seiner Optik und seiner Ansteuerung beschäftigen. Lasershows bilden damit ein Medium, an dem verschiedene Denkweisen und Ausgangspositionen kulminieren.

Obwohl die Lasershow zunehmend an Präsenz in Kunst und Kommerz des Alltags gewinnt, blieb dieses Medium bisher weitgehend unerforscht. David Lytle von der International Laser Display Association (ILDA) ist bisher keine wissenschaftliche Abhandlung bekannt. Während der Anfänge der Laserkunst gab es einige kurze Aufsätze oder Erwähnungen – meist wurden hier aber nur erste Annäherungen an das neue Medium versucht. In den Achtziger Jahren versiegte endgültig das wissenschaftliche Interesse am Thema Lasershow.

In der Praxis dagegen ist der Laser sehr lebendig. Die Optischen Technologien überschlagen sich mit neuen Errungenschaften – Laser werden immer stärker, präziser und erreichen ein zunehmend breites Spektrum. Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten in nahezu jedem denkbaren Forschungs- und Fertigungsbereich hat den Wettkampf um die Technologie-Eliten zum globalen Politikum gemacht. Auch die Show-Branche schläft keinesfalls und manifestiert die Lasershow als obligatorisches „must-have“ in Diskos, bei Festivals und Produktpräsentationen. Nicht nur Profis, sondern auch zahlreiche Hobby-Laseristen (sh. Anmerkung) beschäftigen sich mit Tüfteleien an den dazugehörigen Anlagen. So lässt sich im Internet eine große „Community“ von professionellen Laseristen und Laien finden.

Der Diskrepanz zwischen den technischen, den wirtschaftlichen und den künstlerischen sowie medienwissenschaftlichen Herangehensweisen und der schlechten themenspezifischen Literaturlage gegenüber der hohen Aktivität im Internet möchte sich diese Arbeit vermittelnd widmen.

Schnell fällt hier auf, dass die Forschungsgebiete rund um das Thema derart vielfältig werden, dass eine umfassende Analyse keinesfalls im Rahmen einer Bachelorarbeit geleistet werden kann. Deshalb ist das primäre Ziel dieser Abhandlung, das Thema Lasershow mit vielen seiner Facetten vorzustellen und einen Überblick über Spezialisierungsmöglichkeiten zu geben.

Der Aufbau ergibt sich hier ganz organisch – weil alle Praxis und alle Analyse auf einem Grundverständnis der Technik beruht, bildet eine Einführung in die Entwicklung, die Funktionsweisen, den Bau des Lasers und seine Anwendung für Shows den Anfang. Wie sich der Laser in Praxis und Ökonomie äußert, soll im zweiten Hauptkapitel besprochen werden. Zuletzt folgt der Versuch einer Einordnung in die verschiedenen Kategoriesysteme der Kunst, der Kultur- und der Medienwissenschaft.

Die Arbeit speist sich zu großen Teilen aus dem Wissen der „Insider“ – deshalb geht an dieser Stelle ein herzlicher Dank an Horst Baumann für die anregenden Gespräche, und ganz besonders an Thomas Hafner und Holger Walter für die Öffnung eines Zuganges zur „Laser-Welt“, ohne den diese Abhandlung nicht entstanden wäre.

Nach oben
Anmerkung: "Laserist: Someone who performs or designs a laser show [...]", abgerufen von http://www.laserist.org/Laserist/showbasics_terminology.html am 18.07.2005 - der englische Begriff soll mangels einer passenden Übersetzung ins Deutsche übernommen werden.